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Czaplinek

Czaplinek (deutsch Tempelburg) ist eine Stadt im Powiat Drawski (Dramburger Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Die Kleinstadt mit 7.000 Einwohnern ist Sitz einer gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.

Am Südufer des Dratzigsees befand sich zunächst eine wendische Siedlung mit Namen Czaplinok, d. h. Reiherburg, benannt nach den zahlreichen dort nistenden Reihern. Im Jahre 1286 schenkte der polnische Herzog Przemislaw II. das Land um den Dratzigsee dem Templerorden. Dieser errichtete am Südufer des Sees eine Wehranlage, die später unter der Bezeichnung „Tempelborch“ erwähnt wurde. Es wird vermutet, dass es sich dabei um ein Blockhaus handelte. In einem Dokument vom 13. November 1291 erläutert der Präzeptor des Templerordens in Polen, Bernhard von Cunstein, wie sich der Orden mit dem Posener Bischof hinsichtlich der Ansiedlung deutscher Kolonisten an dem Ort verglichen habe. Schon 1301 erwähnte eine Urkunde die „civitas Tempelburgiensis“. Nachdem 1312 der Templerorden aufgelöst wurde, ging Tempelburg in den Besitz des Johanniterordens über. Die brandenburgischen Ritter Wiskinus von Vorbeck und Hermann Rode kamen 1334 mit Hilfe des brandenburgischen Kurfürsten Ludwigs den Älteren in den Besitz von Tempelburg. Während dieser Zeit wurde dem Ort das Magdeburger Stadtrecht verliehen. 1345 ging Tempelburg als brandenburgisches Lehen wieder an den Johanniterorden zurück. Viele Einwohner fielen 1349 der Pest zum Opfer und das so verödete Land überließ Kurfürst Otto der Faule 1368 dem polnischen Königreich. Im Krieg zwischen Brandenburg, dem Deutschen Orden und Polen wurde die Burg 1378 vom polnischen Woiwoden Johann Czarnkowski zerstört.

Seit 1439 gehörte Tempelburg zur polnischen Starostei Draheim. Während des 16. Jahrhunderts entwickeln sich Glashütten, Eisenhämmer und das Tuchmacherhandwerk zu den wichtigsten Erwerbszweigen in der Stadt. In den Jahren 1609 und 1610 richteten Großbrände schwere Schäden an, und große Teile der Bevölkerung fielen immer wiederkehrenden Seuchen zum Opfer. Obwohl vom katholischen Polen beherrscht, fasste die Reformation auch in Tempelburg Fuß. 1625 wurde jedoch die Abhaltung von protestantischen Gottesdiensten verboten. Während des Polnisch-Schwedischen Krieges plünderten schwedischen Soldaten, und die Pest dezimierte erneut die Einwohnerschaft.

Im Vertrag von Bromberg (1657) erwarb der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm die Starostei Draheim mit Tempelburg für 120.000 Reichstaler zunächst als Pfandbesitz. Bei einem erneuten Stadtbrand wurden 1725 wieder zahlreiche Häuser, die beiden Kirchen und das Rathaus zerstört. Während ein Jahr später mit dem Neubau der evangelischen Kirche begonnen wurde, weigerte sich der Stadtrat, auch die katholische Kirche wieder aufzubauen. Diese wurde erst im Jahre 1753 erbaut. Als 1765 Tempelburg wieder ein Opfer der Flammen wurde, erhielt der preußische Baudirektor Gilly den Auftrag, den Wiederaufbau zu leiten. Im Vertrag von Warschau verzichtete Polen 1773 endgültig auf die Einlösung der verpfändeten Starostei Draheim. Zur Erweiterung landwirtschaftlichen Bodens wurde in den Jahren 1787 und 1788 der Dratzigsee um über einen Meter abgesenkt.

Nach der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress ordnete auch Preußen seine Territorialverwaltung neu. 1818 wurde Tempelburg in den Kreis Neustettin der Provinz Pommern eingegliedert, wurde aber, obwohl mit 2.316 Einwohnern größte Stadt im Kreis, nicht Sitz des Landratsamtes. 1829 wurde mit dem Neubau der evangelischen Kreuzkirche nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel begonnen. Als 1877 die Arbeiten an der Eisenbahnstrecke Ruhnow–Neustettin begannen, weigerte sich der Tempelburger Stadtrat, ein Grundstück für den Bahnhof zur Verfügung zu stellen. So wurde die Bahnlinie südlich an der Stadt vorbeigeführt und der Bahnhof drei Kilometer von der Stadt entfernt gebaut. Dadurch ging auch die Industrialisierungswelle des ausgehenden 19. Jahrhunderts an der Stadt vorbei, und Tempelburg blieb eine Ackerbürgerstadt.

Nach dem Ersten Weltkrieg erweiterte sich die Stadt nach Norden und nach Süden, womit auch der Anschluss an den Bahnhof hergestellt wurde. 1939 hatte Tempelburg 5.275 Einwohner.

Bis 1945 gehörte Tempelburg zum Kreis Neustettin in der Provinz Pommern des Deutschen Reichs, bis 1939 im Regierungsbezirk Köslin und seither im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am 2. März 1945 die Rote Armee die Stadt. Nach Kriegsende wurde Tempelburg unter polnische Verwaltung gestellt. Die Stadt wurde in Czaplinek umbenannt. Es begann die Zuwanderung von polnischen Bürgern. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Kirchen in Czaplinek (Tempelburg)

Wer in Czaplinek weilt, sollte die Pfarrkirche „Heilige Dreifaltigkeit“ besuchen. Sie liegt an der Moniuszko-Straße. Die Einwohner bezeichnen sie eher als kleine Kirche. Man nimmt an, dass sie im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Sie steht auf der Anhöhe Casimir an einem Platz, wo einst auch das Schloss des Templerordens und der Johanniter war. Die Kirche ist von einer hohen Steinwand umgeben und altehrwürdige Bäume wachsen dort. Als die Kirche gebaut wurde, benutzte man Stilelemente der Romanik und Gothik gleichermaßen. Ein typisch romanisches Merkmal ist die wuchtige Steinkonstruktion. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche gibt nicht vollständig ihre ursprüngliche Form wieder. Aufgrund von Bränden wurde das Gebäude mehrfach wieder errichtet. In Czaplinek gibt es auch die Kirche „Heiliges Kreuz“. Sie wird von den Einheimischen als große Kirche bezeichnet. Das Gebäude enthält klassische wie auch neoromanische Stilelemente. Interessant sind die historischen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts und die Mosaiken an den Wänden.

 

Church of the Holy Cross

Church of the Holy Cross in Czaplinek - Roman Catholic auxiliary belonging to a deanery Barwice and the parish of the Holy Trinity in Czaplinek.
History

It is a building with neoclassical elements built between 1829-1830 and designed by German architect Karl Friedrich Schinkel on a Greek cross. The temple was consecrated on 24 October 1999 by Bishop Marian Gołębiewski.

Equipment
The walls inside are decorated with modern polychrome, done in 1954 by Wladyslaw Drapiewski in the chancel is a ceramic mosaic, created in the 80s of the last century, while in the side altars there are placed wooden sculptures made by the artist from Czaplinek Edward Szatkowski. On one of the tribunes there is neo-Gothic organ, built by the Szczecin company Barnim Grüneberg.

 

 

Czaplinek (Tempelburg) - Heimatmuseum

Im Jahr 1997 wurde das Heimatmuseum in Czaplinek (Tempelburg) eröffnet. Dort ist der Platz für die frühe Geschichte von Czaplinek. Es handelt von der Verbreitung des kulturellen Erbe und dessen Erforschung. Die Sammlung enthält auch Andenken von Papst Johannes Paul II. Dieser hatte der Stadt 2004 als Geschenk ein Bild überreicht. Das Museum zeigt auch Erinnerungsgegenstände , die sich direkt auf die Geschichte der Stadt beziehen. Es sind in erster Linie Postkarten, alte Landkarten, alte Zeitungsexemplare des „Tempelburger Stadt- und Landboten“ und sogar Flaschen aus der Vorkriegsbrauerei. Zu besichtigen ist im Museum auch eine Daueraustellung mit dem Titel „Direkt vom Dachboden“. Unter den Exponate sind alltägliche Gegenstände des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie vermitteln eine Vorstellung über das damalige Leben in der Stadt. Im Museum gesammelt sind Teigmaschinen, Waagen oder

 

Sławogrod

Eine ungewöhnliche Touristenattraktion in der Region Drawsko (Dratzig)--See ist Slawogrod. Das Anwesen liegt in einem Ort nahe Czaplinek (Tempelburg) und dem Drawsko-See. Es handelt sich um die Rekonstruktion einer Festung aus dem frühen Mittelalter. Besucht man den Ort, scheint man in eine andere Zeit einzutauchen. Die großartige Wiederherstellung von Gebäude und Festung beeinflusst die Vorstellungskraft. Es fällt schwer, in ganz Polen einen so einzigartigen Ort zu finden. Slawogrod ist in einer Art und Weise ausgestattet, dass es die Natur des Mittelalters wiederspiegelt. Es gibt dort einen Bauernhof mit lebenden Tieren, was sicherlich eine große Attraktion für Kinder darstellt. Nahe bei den Hütten wachsen Kräuter, die von den Landfrauen benutzt wurden, um Fleischbrühe zu kochen oder Medizin herzustellen. Die Frauen waren auch mit Weben beschäftigt. In der Schmiedewerkstatt kann man den Hufschmied bei der Arbeit sehen. Jeder Besucher kann auch zum ältesten Bewohner der Burg gehen, der ihm dann unglaubliche Geschichten erzählt. Der Besuch in Slawogrod hinterlässt lange Zeit die vielfältigsten Erinnerungen.

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